der online-dienst twitter sorgt in letzter zeit für viel aufsehen.
grund genug, dieses schwer greifbare online-phänomen aus unternehmenssicht etwas zu beleuchten.
was ist twitter?
an sich ist das leicht zu beantworten.
twitter bietet angemeldeten nutzern die einfache möglichkeit auf einer eigenen unterseite kurznachrichten (sog. “tweets”) zu veröffentlichen – z.b. unter twitter.com/praxistipps. diese “tweets” sind jeweils auf max. 140 zeichen beschränkt.
beispiele für typen von kurznachrichten auf twitter:

hier zitiert ein twitter-nutzer eine kurznachricht des benutzers "heiseonline" (zitat bedeutet im twitter-jargon "RT" = "retweet")

hier antwortet jemand dem nutzer "Twinstar2k" (erkennbar an dem "@" vor dem nutzernamen) - die "#" bedeuten, dass es sich dabei um besondere schlagworte innerhalb twitter handelt ("#omt09" steht z.b. für "online marketing tag 2009")
was spricht für twitter?
twitter bietet jedem mit internetzugang sehr schnell die möglichkeit anderen seine meinung kund zu tun.
da google natürlich auch twitter-nutzer-seiten indiziert, ist das nicht zuletzt interessant für die tatsächliche vermarktung von produkten und diensten.
ich würde twitter vielleicht mit einer art “kostenloses ebay für kurznachrichten” beschreiben. mit dem nachteil, den auch ebay hat: wird ein produkt (oder bei twitter eben: eine kurznachricht) nicht gezielt gesucht – so wird es/sie auch kaum gefunden.
was spricht gegen twitter?
twitter ist gelebter informationsüberfluss mit vielen hürden für einsteiger:
- mit sinn und zweck von twitter wird immer noch experimentiert – twitter ist vielleicht auch einfach zu universell einsetzbar
- viele kurznachrichten sind ohne jeden sinn
- die twitter-oberfläche ist im moment noch nicht deutschsprachig
- kaum verständliche kurznachrichten machen tlw. ein einarbeiten in das vokabular nötig
- kryptische links wie z.b. http://3.ly/8uM erschweren die lesbarkeit einer kurznachricht (genutzt werden diese wenig vertrauen erweckenden links um “normale” links abzukürzen – der hier dargestellte leitet zum beispiel weiter auf: http://www.twitter.com/praxistipps)
wer nutzt twitter?
interessanterwese ist twitter bei teenies weniger populär. diese nutzen eher facebook, myspace, schülervz, usw.
twitter wird eher von technisch experimentierfreudigen genutzt.
auch viele firmen nutzen twitter, um mit dieser neuen darstellungsform zu experimentieren:
eine übersicht der im moment angesagten twitter-seiten deutscher firmen hat dankenswerterweise talkabout.de veröffentlicht (recherche-technik: web evangelisten):
>> “top 100 liste” deutscher firmen auf twitter
“verpassen wir etwas, wenn unser unternehmen twitter nicht nutzt?”
in der jetztigen entstehungsphase von twitter ist es sicherlich als “offline”-unternehmen nicht wichtig auf twitter vertreten zu sein.
aber: wichtig ist, sich jetzt – sofern es ihre zeit irgendwie zulässt – mit den neuen kommunikationsformen auseinander zu setzen.
um ihnen hierzu einen leichten einstieg zu bereiten werde ich in einem der nächsten artikel das ausprobieren von twitter schritt für schritt beschreiben.
probieren sie doch einfach mal aus, ob sie vielleicht einen mitbewerber bei twitter finden, oder suchen sie nach ihren leistungen / produkten:
>> twitter-suche – search.twitter.com
weiterführende links
>> website von twitter – twitter.com
>> twitter-definition auf wikipedia.de
>> spiegel artikel “Die Vermessung der Twitterwelt” [17/07/09]

Hier noch ein interessanter Link:
21 clevere Ideen Twitter kommerziell zu nutzen. http://t3n.de/news/microblogging-21-clevere-ideen-twitter-geschaftlich-256846/
@josef schubert: die anwendungsbeispiele laden zum experimentieren ein. danke für den tipp!
Vielleicht sollte man noch darauf hinweisen, dass sich Firmen wenigstens ihren Namen holen sollen, damit fremde Leute nicht unter diesem Namen Twittern. Das ist ja schon genug anderen passiert.
Ich will kurz noch auf:
http://www.tagseoblog.de/kerner-schockiert-ueber-twitter-zdf-medienexperten-talk
verweisen.
Das Profi wurde mittlerweile freigegeben, aber es ist sehr gut ersichtlich, wie irgendwer einem Unternehmen schnell und sehr anonym schaden kann.
@nico wollenzin: danke für den tipp.
klar, das kommt sicherlich sehr häufig vor mit den fake-accounts auf twitter.
es wird sicher nicht mein einziger artikel über twitter bleiben – deinen tipp nehme ich gerne auf!
“in der jetztigen entstehungsphase von twitter ist es sicherlich als “offline”-unternehmen nicht wichtig auf twitter vertreten zu sein.”
Das würde ich uneingeschränkt unterschreiben. Die verzeinzelten Erfolgsmeldungen mancher Offline-Unternehmer basieren auch immer auf dem “The Winner Takes It All”-Effekt. Will heißen: wer sich als First Mover positioniert, kann in seiner Branche vom allgemeinen Twitter-Hype profitieren. Dieser Effekt ist aber nicht replizierbar, Nachzüglicher können sich also mit dem Nachziehen Zeit lassen.